Der mysteriöse “Black Wood”

Sherlock Holmes und sein Freund Watson in Aktion

Wieder einmal saßen die Beiden abends am Kamin mit einem guten Glas Whisky in den Händen und sinnierten so vor sich in. Holmes zog ab und zu an seiner Pfeife und Watson starrte still und der Welt entrückt ins Feuer. Es war Sommer und es sollte eigentlich warm draußen sein. Aber dieses Jahr waren die Jahreszeiten anscheinend durcheinander. Seit dem Frühjahr war es durchgehend Herbst – Sonne und Regen wechselten sich dauernd ab, ebenso wie hohe und niedrige Temperaturen.

“Mein lieber Watson”, seufzte Holmes schließlich, “wir sind kein Stückchen weitergekommen!”.

“Das kann man so nicht sagen, mein lieber Holmes”, entgegnete Watson bedächtig: “Wir haben die Auswahl schon auf zwei gleichnamige eingegrenzt und das Internet wird uns schon weiterhelfen”.

“Neumodischer Kram”, fluchte Sherlock vor sich in. “Wo ist nur die gute alte Ermittlungsarbeit geblieben?”

“Ach seien Sie nicht so miesepetrig – man muss mit der Zeit gehen”, widersprach Watson und klappte seinen Notebook auf. “Wollen doch mal sehen, was es zu finden gibt”.
“Black Wood Whiskey ergibt zwei Treffer, in ganz verschiedenen Ländern – einer kommt angeblich aus Irland und einer aus Deutschland aus einem Gebiet, das sich Schwarzwald nennt. Über den irischen Whiskey gibt es erst mal keine weiteren Informationen”.

“Sag ich doch – Sackgasse!”, grummelte Holmes!

“Jetzt seien Sie doch nicht immer gleich so pessimistisch – mein lieber Holmes – lassen Sie uns doch einfach mal die Informationen, die wir haben, aneinanderreihen”.
– Irischer Black Wood – gekauft bei Aldi – niedriger Preis
– Schwarzwälder Black Wood – im Internet gefunden – sehr hochpreisig


“Das lässt doch darauf schließen, dass wir die deutsche Spur gar nicht weiter verfolgen müssen – genial! mein lieber Watson”.
Holmes nahm seine Detektiv-Lupe zur Hand und untersuchte die vor ihm stehende Flasche gründlich und stieß schließlich einen Freudenschrei aus: “Ich habs – Vertrieb Lobuschkellerei, Hamburg, Deutschland – also doch ein deutscher Whisky”.


“Aber mein lieber Holmes, heute ist doch alles international und global. Der Eine produziert, der Andere verkauft, bis man nicht mehr durchblickt – schauen wir nochmal ins Internet”. Und Watson tippt wieder intensiv auf der Tastatur herum und schwieg dann lange Zeit, während er nachdenklich die Stirn runzelte.

“Nun reden Sie schon endlich – Watson mein lieber – was gibt es?”

“Ja nun, so gut wie keine Informationen, es gibt zwar diese Firma in Hamburg, aber die hat nicht mal eine eigene Homepage – ich lasse gerade nochmal eine andere Abfrage laufen.”, erwiderte Watson etwas abwesend, um gleich danach zu jubeln: “Na da haben wir es doch – die Lobuschkellerei gehört der Borco-Markenimport auch in Hamburg”.

“Also doch deutscher Whisky – sagte ich doch”, triumphierte Holmes!

“Also Sie müssen sich wirklich mal mit der neuen Zeit beschäftigen, obwohl Firmen, die mit anderen Firmen verflochten waren, die mit anderen Firmen verflochten waren, gab es doch schon als Sie noch jung und gutaussehen waren – mein lieber Holmes. Denken Sie mal an Umsätze, Gewinne und Steuern und was man damit machen kann”.

“Ich bin immer noch jung und gut aussehend”, entrüstete sich Holmes, “und was sagt uns das jetzt alles?”.

“Das sagt uns, dass Broco Markenartikel importiert und auch einige Whiskeysorten im Sortiment hat, die durchaus gut sind – sogar japanische!

“Ja klar, japanischer Whisky und ich bin ein berühmter Detektiv – oh, oh, mein lieber Watson”.

“Sag ich doch andauernd – mein lieber Holmes – aber leider bringt uns das auch nicht viel weiter – es gibt keinen Hinweis auf den Black Wood – an irischem Whiskey haben die nur den Teeling im Angebot. Schauen Sie sich doch die Flasche nochmals genau an”.

“Ja hier steht nur, dass die Kellerei den Whiskey vertreibt und dass es ein Produkt aus Irland ist”, Holmes schaute noch ganz konzentriert auf die Flasche.

“Na da haben wir es doch – Aldi, keine nähere Beschreibung, nur irisch, dass lässt doch offen, dass man dann in die Flasche packen kann, was man will. Der Kunde hat dann nie die Garantie, dass in der nächsten Charge noch das drinnen ist, was in dieser drinnen ist. Erinnert doch stark an – Ben Bracken – bei Lidl.”

“Ja muss man denn dann von dem Whiskey abraten?”.

“Muss man nicht, der Kauf ist zwar ein Roulette Spiel, aber man kann ja auch Glück haben. Zumindest diese Flasche hat Anklänge eines günstigen Tullamore und das Grün des Etiketts und die Flasche sehen sich auch ähnlich. Vielleicht wurde da ja ein Fass aufgekauft. Jedenfalls kann man den Whiskey gut zum Mischen für Cocktails und Cola nehmen! Vielleicht findet ja hier auch noch eine Bewertung in diesem Blog statt – dann wissen wir sicherlich mehr!!

“Ja – gut, dass wir gesprochen haben – mein lieber Watson!”

“Äh und was ist jetzt eigentlich mit dem Schwarzwälder Whisky?”

“Ja, da haben wir noch keine Flasche probiert – mein lieber Holmes – aber wer weiß, was die Zukunft bringt?
Vielleicht einen schönen Whisky-Abend!”